Abflug über London nach Hong Kong

Dienstag, 29.11.2011; “The beginning”.

Aha. So fühlt es sich also an, wenn man mit der Gewissheit aufsteht, das man 4 Monate lang nicht in seinem eigenen Bett schläft und mehrere Kontinente bereist. Komisch, gestern hat es sich nicht viel anders angefühlt. Und dann muss ich ja auch noch ein paar Mails beantworten und Exel-Tabellen pflegen. Und Anrufe tätigen und.. Ich sehe schon, dass wird noch eine Weile dauern, bis sich das gewünschte Reisefeeling einstellt.

Mein lieber Bruder hat sich freundlicher Weise dazu bereit erklärt, mich zum Flughafen nach Frankfurt/Main zu bringen. Herrlich unentspannt wie er manchmal ist, auf Grund seines Termindrucks im Job. Meine Mum hat sich erfreulicher Weise ebenfalls dazu entschlossen, mitzukommen (zum Flughafen versteht sich). Das fand ich schön.

Zum Glück hatte es noch nicht geschneit, denn das wäre wenig hilfreich bei meinen noch aufgezogenen Sommerreifen gewesen. Apropos Schnee – denke ich in diesem Augenblick – HAHAAA! Um das Ganze etwas spannender zu gestalten, hat man die Autobahn aber mit dichten Nebel belegt, der die Fahrt zeitweise zum Blindflug macht. Trotzdem sind wir pünktlich angekommen und haben sogar noch Zeit für einen kleinen Snack heraus gefahren (das das nicht selbstverständlich ist, konnte ich da noch nicht ahnen). Das Gepäck eingecheckt, die Boarding Card ausgedruckt (An dieser Stelle hatte ich ganz kurz Bedenken, dass die Angestellten des Internetreisebüros, bei dem ich bereits Wochen vorher gebucht hatte und nichts außer einem per Mail verschickten E-Ticketcode zur Bestätigung in den Händen hielt, sich evtl. inzwischen die Sonne in der Karibik mit meiner getätigten Überweisung auf den Bauch scheinen lassen. Aber alles war gut.), das richtige Abfluggate gesucht und mit drei Portionen Frankfurter Würstchen zu je 4,90 € den Abschied zelebriert. Das Abschiednehmen ging mit weniger Tränen als befürchtet über die Bühne (damit meinte ich natürlich meine Familie, nicht mich) und schon saß ich im Flieger Richtung London.

Der Flug verlief relativ unspektakulär und ich kam planmässig in London/Heathrow an. Von Terminal 1 mit dem Zug zu Terminal 5 gefahren, das Gepäck für den Flieger nach Hong Kong aufgegeben und erneut die Boarding Card ausgedruckt. Wie war das nochmal mit der Zeitverschiebung? Ach ja, eine Stunde zurück – noch viel Zeit übrig. Erst mal Nachrichten lesen und eine Rauchen gehen. Auf die Uhr geschaut, noch immer viel Zeit.. Auf Grund der Langeweile entschloss ich mich dann irgendwann mal zum langsamen Schländern Richtung Sicherheitskontrolle.

Der freundliche Sicherheitsbeamte vertrieb die Langeweile aber ziemlich schnell, als er meinte, dass das Boarding für meinen Flug vor 5 Minuten abgeschlossen wurde und ich dann gerne morgen fliegen kann! Mein Gesicht wechselte darauf hin mehrmals die Farbe und mein Blutdruck stieg leicht an. Da müsse er aber einen Fehler gemacht haben, den auf Grund meines Zeitverständnisses hatte ich noch mehr als genügend Zeit. Der darauf folgende Wortwechsel klärte mich schnell darüber auf, dass ich wohl weder Zeitverständnis noch Zeit habe und ich rannte leicht panisch zum Ticket-Schalter von British-Airways. Die junge Frau am Eingang des Leitsystems sah mir wohl gleich an, dass mir schnell geholfen werden muss, oder ich auf der Stelle einem Herzinfarkt erliege. Ihre Kollegin schaute eine gefühlte Ewigkeit auf ihren Bildschirm und meinte irgendwann, dass ich einen Flug 3 Stunden später nehmen kann. Mein Gesicht entspannte sich daraufhin etwas, ich legte 75 GBP auf den Tresen und ging diesmal trotz genügend Zeit, schnurstracks durch die Sicherheitskontrolle bis zu meinem Abfluggate.

Am Gate war ich natürlich erst mal alleine, aber egal – ich war schon ein paar Meter weiter. Irgendwann kamen mehrere chinesische Großfamilien dazu und eine Chinesin fragte mich, ob ich ihr das Passwort für Public-WiFi in ihrem iPhone eingeben kann, da sie nur chinesische Schriftzeichen lesen kann. Das Passwort wäre “Singapur”. Nachdem ich die Eingabe ca. 15 mal erfolglos ausprobiert hatte, erinnerte ich mich daran wo wir gerade waren und gab mal “Singapore” ein. Siehe da – es ging voran! An dieser Stelle merkte ich auch, dass ich mich mal langsam von meiner rein deutschen Denkweise verabschieden sollte. Da ich einen langen Flug vor mir hatte, wollte ich noch schnell meinen Nikotinhaushalt auffrischen. Leider war im gesamten Abflugterminal keine Smoking-Area zu finden. Ich fragte daraufhin einen pakistanischen Putzmann, der meinte, ich könnte auf der Toilette rauchen und er steht Schmiere. Fand ich super.

Nun gings in den Flieger und ich freute mich auf den Platz mit viel Beinfreiheit, direkt am Notausgang, den mir die freundliche Schalterbeamtin vom Flughafen reserviert hatte. Beinfreiheit hatte dann mein Sitznachbar, vor mir war die nach innen gewölbte Ausbuchtung der Notausgangstür. Zudem war die Flugzeugtoilette gleich neben uns und ich durfte so im Laufe des Fluges beobachten, das Chinesen eine Stoppuhr dabei haben und alle 30 Minuten aufs Klo rennen. Thats life! Zu dem Motto passt auch, dass es an Bord hübsche und weniger hübsche Stewardessen gab, welche anscheinend dementsprechend in der First-, Business- und Economyclass eingeteilt wurden. Meine Ansprechpartnerin für die nächsten Stunden hatte etwas leicht grobes und derbes an sich. Aber nett war sie. Auch als ich mit dem Kopfhörer nicht gleich zurecht kam und sie mir einen neuen brachte, da ich davon ausging der erste wäre kaputt. In der Zwischenzeit warf ich einen Blick zu meinem Nachbarn und stellte fest, dass ich ihn nur in eine falsche Buchse gesteckt hatte. Daraufhin lachte sie freundlich und meinte, das sie sich auch manchmal etwas dumm anstellt.. Das Essen war wirklich super, d.h. wenn man abnehmen will oder gerade keinen Hunger hat. Aber England ist jetzt auch nicht unbedingt bekannt für seine kulinarischen Highlights. Da sich der Sitz nur ganze 20 cm nach hinten verstellen lies (ja, auch der von meinem Nachbarn!), war das Sitzen irgendwann leicht unentspannt und mit dem inzwischen verdienten Schlaf wurde es nichts. Ein paar Filme und Tomatensaft halfen mir aber darüber hinweg.

 

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