Bali – Insel der Götter

Bis kurz vor Abflug aus Hong Kong habe ich Bedenken, ob nicht doch noch ein Sumo-Ringer neben mir Platz nimmt, jedoch werden meine Gebete erhört und ich habe die Sitzreihe ganz für mich alleine. Der Flug nach Bali verläuft somit entspannt. Der International Airport in Denpasar, auf dem das Flugzeug nach knapp 5 Stunden Flug nun zur Landung ansetzt, erinnert auf Grund seiner Größe eher an einen verlängerten Hubschrauberlandeplatz. Mit einem abrupten Abbremsmanöver, welches sich unser Pilot auf jeden Fall auf einem Flugzeugträger antrainiert haben muss, kommen wir rechtzeitig zum Stehen und der nächste Teil des Abenteuers kann beginnen.

Bei Verlassen des Flugzeugs mache ich als erstes mit den 80% Luftfeuchtigkeit Bekanntschaft, die sich jedoch gar nicht so anfühlen. Eher wie 120%. Und ich verstehe jetzt auch, warum alle anderen Passagiere bereits kurze Kleidung tragen und ich immer angelächelt werde. In der Flughafenhalle fülle ich die Ankunftsformulare aus, nachdem ich dazu im Flugzeug noch keine Lust hatte. Bis auf die Farbe meiner Unterwäsche wollen die Balinesen eigentlich so ziemlich alles wissen. Bereits in Deutschland hatte ich die 25,00 USD abgehoben, die man nun für das Einreisevisum in bar auf den Tisch legen soll. Ich bitte die zwei balinesischen Grinsekatzen kurz zu warten und ziehe – sehr zur Belustigung der drum herum stehenden Personen – den Gürtel aus meiner Hose in dessen Geheimversteck sich nun mal das ausländische Bargeld befindet.

In der Zwischenzeit sind wohl mehrere Flugzeuge gelandet, denn die Halle ist jetzt übervoll mit Touristen und ca. 1km vor mir in der Schlange sehe ich zum letzten Mal den Sombrero einer der beiden Jungs aus Mannheim, die bereits Richtung Ausgang gehen. Nach sehr langer Zeit schaffe ich es auch das Flughafengebäude zu verlassen und hebe am ATM (Geldautomaten) das erste Mal Indonesische Rupiah ab. Der Umrechnungskurs liegt derzeit bei ca. 1:12.500 und noch etwas zögerlich drücke ich die Taste für 1 Million IDR zur Auszahlung. Vor dem Automaten schreien mich etwa 40 Personen laut an, ob ich nicht ein Taxi benötige. Ich entscheide mich für einen Fahrer, der etwas desinteressiert in der Ecke steht und schon sitze ich in seinem Kleinbus. Da es kein Taxameter gibt, handeln wir einen Festpreis aus und ich hoffe er hat vor, mich an meinem Ziel abzusetzen. Wir fahren von Denpasar nach Sanur an der Südostküste Balis. Hier befindet sich meine relativ günstige Unterkunft, die ich noch von Hong Kong aus übers Internet gebucht habe.

Eigentlich hatte ich geplant, mir für die Dauer meines Aufenthaltes ein Motorrad auszuleihen und auf eigene Faust die Insel zu erkunden. Von diesem Gedanken verabschiede ich mich aber nach 1 Minute in Bali´s Straßenverkehr. Die Straßen sind sehr stark frequentiert und wir werden gleichzeitig von rechts und links überholt. Dann finden überraschende Spurwechsel statt um eventuelle Verfolger abzuschütteln. Da sich nicht jedes Familienmitglied ein Mofa leisten kann, werden auch schon mal 4 Personen gleichzeitig auf einem gesichtet und manche Mofafahrer befördern die Reisernte des ganzen Jahres mit einer einzigen Fahrt von A nach B. Verkehrsregeln sind nicht zu erkennen und beim Überholen reichen offensichtlich 5 cm zwischen den Fahrzeugen aus. Aus mehreren Gründen schweiß gebadet, erreichen wir nach 30 Minuten meine Homebase der nächsten 17 Tage – die Villa Puri Ayu. Ich bekomme mein Zimmer gezeigt und freue mich über den Luxus, in dem ich in den nächsten Tagen leben darf. Das Zimmer hat ein King Size-Bed mit Moskitonetz, einen Safe, einen Kühlschrank und einen Fernseher ohne Empfang. Meinem Badezimmer fehlt eine Außenwand und ich dusche quasi im Freien zum eigenen kleinen angrenzenden Privatgarten hin. Direkt vor meinem Zimmer ist ein kleiner Pool mit 5 Sonnenliegen und einem künstlichen Wasserfall, der mir noch den letzten Nerv rauben wird. Der Hauptpool lädt zum Schwimmen ein und überhaupt sieht es hier recht einladend und chillig aus. Also – alles richtig gemacht!

Den ersten Tag beginne ich mit dem kontinentalen Frühstück, an das ich mich erst noch gewöhnen muss. Danach gehe ich zum 400m entfernt liegenden Strand und suche die Liegen die zu meiner Unterkunft gehören. Es gibt davon zwei und diese befinden sich mitten zwischen 15 Massageliegen und zugehörigen etwa 60 Jahre alten Balinesinnen, die mich ununterbrochen mit „Want a massage!?“ ansprechen. Mir wird schnell klar, dass ich hier nicht die gesuchte Ruhe finden werde und ich begebe mich zu einem lauschigeren Plätzchen etwas weiter entfernt. Es ist inzwischen sehr heiß und ich beschließe mich im Meer abzukühlen. Nach 350m steht mir das Wasser immer noch nur bis zu den Hüften und aus ambitioniertem Schwimmen wird antriebsloses Planschen. Wir haben Ebbe und das ist – wie ich inzwischen weiß – hier der Normalzustand. Einen Moment lang bilde ich mir ein, dass gerade Halle Berry mit ihren Kids auf den Liegen neben mir Platz genommen hat, bin mir jedoch nicht ganz sicher. Sie hält mich wohl auch nicht für einen bekannten Filmstar, grüßt jedenfalls nicht.

Nach einem relaxten Tag am Beach gehe ich gegen späten Nachmittag zurück ins Hotel, um doch noch mehrere Runden im Pool zu schwimmen. Plötzlich betreten zwei Balinesen mit einem Gerät auf dem Rücken, welches aussieht wie ein Laub-Bläser, die Anlage. Es ist aber kein Laub-, sondern ein Pestizide-Bläser und in Null Komma Nichts nebeln sie das komplette Gelände ein. Dichte Nebelschwaden hängen in der Luft und es riecht nach Benzin und Chemie. Meinen leicht panischen Gesichtsausdruck – ich bin quasi im Pool gefangen – quittieren die beiden freundlichen Kerlchen nur mit einem Lächeln und dem Daumen hoch. Ich kann ca. 2 Minuten die Luft anhalten. Nach ungefähr 10 Minuten ist die Luft wieder rein. Als ich am Abend das Licht ausmache fängt just in diesem Moment eine Grille in meiner Klimaanlage zu zirpen an und hört auch nach mehreren Faustschlägen auf das Gerät erst mitten in der Nacht damit auf. Diese Grille hat mich fast eine Woche wach gehalten. Irgendwann ist sie dann endlich umgezogen, oder hat etwas zu viel von den Pestiziden eingeatmet.

In den nächsten Tagen wechselt mein Programm nun zwischen den Touren zu Sehenswürdigkeiten auf der ganzen Insel und dem Ablachsen am Stand hin und her. Ich werde u.a. von hunderten Moskitos und einem aggressiven 4cm großen Frosch angegriffen; merke, dass bei sämtlichen Süßigkeiten auf der Insel irgendwann die Kühlkette unterbrochen wurde; gehe regelmäßig ins Fitnessstudio und unterhalte mich dort sehr nett mit einem 1,50 cm großen balinesischen Arnold Schwarzenegger; bekomme jeden Abend einen Schrecken wenn das tägliche Feuerwerk losgeht; wünsche mir ein T-Shirt mit der Aufschrift “No, thank you!”; merke auf Grund eines Stromausfalls, wie mein Leben hier ohne Klimaanlage aussehen würde und beobachte mehrere Kitesurfer die sehr professionell aussehen, es aber nicht sind. Der balinesische Wettergott ist mir in der ersten Woche sehr gnädig gestimmt, zeigt aber in der zweiten, dass er auch Regen kann. Kurzum – I like it!

Da ich ja nicht nach Bali gekommen bin, um jeden Tag „Bintang“ (Anm. d. Red.: das einheimische Krombacher) am Strand zu trinken, erkundige ich mich bereits bei meiner Ankunft an der Rezeption nach einem Guide, dessen Englischkenntnisse wenigstens mit den meinen mithalten können. Mein Wunsch ist es Land und Leute kennen zu lernen und selbstverständlich Bintang überall zu trinken. Der balinesische Concierce zeigt mir einen Zettel mit bereits vorgefertigten Routen, zu all den schönen touristischen Plätzen. Ich gebe ihm zu verstehen, dass ich kein normaler Tourist bin und die Insel gerne auf andere Art erkunden möchte. Seinem Blick nach zu urteilen hat er sich schon längst geahnt, dass ich irgendwie anders bin und er greift zum Telefonhörer. Nach einigen Minuten setzt er mich darüber in Kenntnis, dass er einen guten Freund organisieren konnte, der die Insel bestens kennt und mich am nächsten Tag gegen 9 Uhr abholen wird.

Pünktlich am darauf folgenden Morgen erwartet mich mein Fahrer und stellt sich als „Roy“ vor. Er wäre sehr bekannt auf der Insel und man könnte sich überall nach ihm erkundigen. Sein Nachname ist „Wisik“. Das klingt jedoch zu sehr nach Whisky, sodass viele seiner Kunden einen Jim Beam angeboten bekamen, wenn sie andere Einheimische nach ihm fragten. Daraufhin habe ihm ein australischer Freund den guten Tipp gegeben, sich doch umzubenennen. Jetzt ist er allerorts nur noch bekannt als „Roy The Boy“. Na Humor hat der Gute also schon mal – das verspricht interessant zu werden. Er drängt jetzt etwas ungeduldig zum Aufbruch und ich frage mich warum, da wir ja noch gar nicht darüber gesprochen haben, wohin ich eigentlich fahren möchte. Er weiß das aber anscheinend bereits sehr genau. Ich beschließe somit abzuwarten und mich erst einmal überraschen zu lassen. Bereits nach 20 Minuten Fahrt sind wir an unserem ersten Ziel angekommen. Dem „Barong Dance“ in Batubulan. Dies wäre ein sehr berühmter balinesischer Tanz und man könne nicht behaupten Bali zu kennen, ohne diesen gesehen zu haben. Der Eintritt kostet gleich mal 120.000 IDR inkl. einer Programmausdruckkopie auf Deutsch und in verschwommenen schwarz/weiß. Der Tanz hat bereits angefangen und nun wird mir auch klar, warum wir zuvor so in Eile waren. Der zu allen Seiten offene Vorstellungssaal erinnert ein wenig an ein römisches Amphitheater, mit dem feinen Unterschied, das an Stelle von Julius Cäsar hier Shiva und Vischnu das Hausrecht haben. Auf der Bühne bewegen sich gerade zwei Balinesen in einem gemeinsamen Drachenkostüm vor und zurück. Nochmal vor und zurück. Da, nochmal. Und – oh! Rechts und links können sie auch. Der Drache verlässt die Szene und es kommen balinesische Tänzerinnen, die wirklich ganz toll ihre Finger im Takt der Musik bewegen können. Der Eindruck lässt mich nicht los, dass es sich hier heute um die Zweitbesetzung handelt. Im sogenannten Programmheft wird die ganze Geschichte erklärt und ich erahne das wir uns erst im 2. von insgesamt 6 Akten befinden. Es betreten mehrere Männer die Bühne und diese fangen im Kreis stehend an mit einem Messer gespielten Selbstmord zu begehen. Dabei murmeln sie anscheinend die Punkte einer Einkaufsliste rauf und runter. Im Programmführer wird hierzu angemerkt, dass nicht selten einige der Männer in eine Art von tiefen Hypnosezustand verfallen, da diese Form der Meditation so unglaublich intensiv ist.  Ein Blick auf die sich vor Lachen gerade krümmenden Gestalten verrät mir, dass sie einfach nur total betrunken sind! Wahrscheinlich von demselben Zeug, dass dem Verfasser des Programmheftes schon geschmeckt hat. Nachdem ich eine endlose Stunde später wieder auf meinen Fahrer treffe, fragt er mich ernsthaft und voller Erwartung, ob mir denn dieses balinesische Kulturgut auch so richtig gut gefallen hat. Darauf hin frage ich ganz freundlich zurück, ob er mich einfach nur verar… möchte, oder sich die Möglichkeit zur Steigerung ganz sicher offen halten will. Ihm wird bewusst, dass ich wohl eher keine Mitgliedschaft im Fanclub der „Barong Dancers“ abschließen werde und er sich besser so einen Schnitzer nicht noch einmal erlauben sollte. Tatsächlich will er nun von mir wissen, was ich denn gerne sehen möchte und was mich interessiert.

Wir planen noch an Ort und Stelle die Routen für den heutigen und die nächsten Tage:

- Tempel in Batuan

- Palast in Ubud

- Kaffeeplantagen und Künstlerszene in Tegallalang

- Vulkan am Batur Mountain

- Wassertempel und Kokosnuss –Wettessen in Tanah Lot

- Reisterassen in Tegallalang, Jatiluwih, Baturiti, Blimbing, Popuan, Busung Biu

- Jungeltempel in Batukaro

- Warme Quellen in Danjar

- Übernachtung in Lovina

- Tempel in Beji

- Wasserfall in Git-Git

- Roy´s Haus und illegales Glücksspiel in Bengkala

- Affenwald in Pancasari

- Früchtemarkt in Bedugal

Bali ist eine schöne Insel. Ja wirklich. Die Natur ist atemberaubend, es ist überall unheimlich grün und die Tempel sind sehr interessant. Dennoch habe ich schon am 5. Tourentag die Wahrnehmung im Kreis zu fahren, da sich die Eindrücke immer wiederholen. Sowohl das Straßenbild, wie auch die Sehenswürdigkeiten vermitteln mir das Gefühl schon hier gewesen zu sein. Jedes einzelne Haus verfügt über einen eigenen Familientempel und es gibt somit Tausende davon. Irgendwann habe ich mich einfach daran satt gesehen. Ich beschließe, Bali nun gut genug zu kennen und die restlichen Tage am Beach abzuhängen um erst einmal zur Ruhe zu kommen.

Wieder zurück am Strand und nach einigen Stunden Ruhe, entscheide ich, davon nun ebenfalls genug zu haben und laufe auffällig unauffällig am Infostand der Kite-Surfschule vorbei. Keine 15 Minuten später befinde ich mich bereits in Lesson 1, halte ein Mini-Kite in den Händen und dabei auch möglichst im Wind. Ab jetzt höre ich nur noch die Worte „Left“, „Right“, „Up“, „Down“, „Pull“, „Push“ und „Oh no!“, die mir Warong, „The Godfather of Balinese Kite-Surfing“, ins Ohr schreit. Sein Kumpel Warong unterstützt ihn dabei. Beide haben den selben Namen und sehen zudem auch noch aus wie Zwillinge. Ich unterscheide sie einzig dadurch, das der eine immer nur über mich lacht, während der andere über seinen Kollegen lacht, sobald dieser wiederum über mich lacht. Es wird jedenfalls ausreichend gelacht. Tatsächlich schaffe ich es am Ende der zwei Unterrichtsstunden für ca. 10 Sekunden auf dem Board zu bleiben und ich bin mir ganz sicher, dass ich schon am nächsten Tag damit die Insel umrunden werde. Sightseeing in seiner schönsten Form.

Leider ist aber schon ab dem nächsten Tag nur „Dumm aus dem Fenster- und aus der Wäscheseeing“ angesagt, da jemand die Taste für Regen gedrückt hat. Auf Grund der begrenzten Möglichkeiten, sieht man nun in der Anlage der Villa Puri Ayu tatsächlich mehr als zwei Menschen auf einmal und einige scheinen gegen Abend sogar in einem konspirativen Treffen Spaß an der Bar zu haben. Na sowas! Habe ich da nicht gerade jemanden nach mir rufen gehört? Eine Whisky-Cola später sitze ich auch schon am Tisch von Annie, Terry, Stephan, Nadja und unserem balinesischen Koch dessen Namen ich mir nie merken konnte. Ein wirklich lustiger Abend, mit einer interessanten Konstellation von Menschen, die sich sofort sympathisch sind. Annie und Terry kommen aus Australien, sind beide um die 55 und heiraten in einigen Tagen auf Bali. Stephan kommt aus Deutschland, war auf einer Asientour und ist sehr viel größer als ich. Nadja kommt aus Holland und ist ebenfalls auf dem Weg nach Australien. Der Koch kam aus der Küche und war auf dem Weg nach Hause. Wir erzählen uns allerlei lustige Geschichten und bei unserer Verabschiedung steht so gut wie fest, dass ich Annie und Terry in Brisbane, Stephan in Deutschland, Nadja in Sydney und den Koch wohl eher nicht wieder sehen werde. In der Anlage lerne ich auch noch Reggie aus Australien kennen. Sie kommt ursprünglich aus Malaysia und reist als Dozentin der Universität Perth für Vorträge durch viele Länder. Ihre Töchter nimmt sie dabei meistens mit und so lernen diese die Welt kennen. Ziemlich taff die Drei. Mit Reggie gehe ich zu einer Movienight ins „Bamboo“, einem offenen und aus – welch Überraschung – Bambus gebauten Yogahaus, direkt am Strand. Auf bequemen Liegen im Obergeschoss warten wir darauf das es los geht. Es soll ein Film über indische und chinesische Einwanderer auf Bali gezeigt werden. Anspruchsvoller Stoff also. Jemand hat aber anscheinend die Filmrollen vertauscht und wir sehen nun einen spanischen Film mit englischen Untertiteln. Es spielen eine Menge Transvestiten mit und das Wort „Cock“ kommt in jedem zweiten Satz vor. Ich betrachte mich selbst in dieser die Situation und denke mir wie abgefahren und unwirklich das hier gerade ist. Und ich merke, dass ich solche einzigartigen Erlebnisse zum Glück auch zu schätzen weiß.

An meinem Abreisetag nach Australien komme ich dank „Roy The Boy“ überpünktlich am Flughafen in Denpasar an. Die Abflugdaten wurden diesmal ausreichend geprüft und ich gehe rechtzeitig durch den Sicherheitsbereich. Naja, das heißt, ich will durch den Sicherheitsbereich gehen. Der Schalterbeamte will allerdings lieber erst einmal ein ausgefülltes Ausreiseformular von mir, welches ich angeblich bereits bei meiner Ankunft erhalten hätte. Ich suche meine Unterlagen mehrmals durch und wasche meine Hände in Unschuld. In der Zwischenzeit kommt sein Kollege dazu und fragt mich, ob ich denn das Formular etwa nicht dabei habe. Falls nicht, wäre das ja mal ganz schlecht. Sein Grinsen verrät mir, dass er sich innerlich diebisch darüber freut, wieder einen erwischt zu haben. Ich möchte wissen, was wir nun tun können und rechne auf Grund seines mittlerweile sehr ernsten Gesichtsausdrucks bereits mit der balinesischen Zwangseinbürgerung. Nachdem ich ausreichend von unten bis oben gemustert wurde, zeigt er auf einen Stapel Zettel und meint, dann soll ich doch einfach einen neuen ausfüllen. Scherzkeks. Wieder ein graues Haar mehr umsonst.

Später im Flugzeug suche ich meine Sitzreihe und denke mir: „Bitte, bitte lass es nicht den noch einzig freien Platz dort neben den beiden Kleinkindern sein.“ Na aber selbstverständlich ist das meiner. Das verspricht ein ganz langer Flug zu werden..

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